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Blumen für Danielle

Weil sie nach den grausamen Anschlägen in Paris am 13. November die richtigen Worte fand, wurde eine 77-jährige Dame in den letzten Tagen zum Liebling sozialer Netzwerke.

In einem Interview mit dem französischen Fernsehsender BFM TV sagte Danielle, zwei Tage nach den Anschlägen, die 132 Opfer gefordert haben:

„Es ist wichtig, unseren Toten Blumen zu bringen. (…) wir tragen unsere Werte hoch. Wir verbrüdern uns mit den fünf Millionen Muslimen, die ihre Religion frei und friedlich ausüben. Und wir werden kämpfen gegen die 10.000 Barbaren, die angeblich im Namen von Allah töten.“

 

Auch Karim Boukercha aus Toulouse war beeindruckt von der couragierten Stellungsnahme der Frau. Er wollte wissen, um wen es sich bei der außergewöhnlichen Dame handelte und suchte über Twitter nach jemandem, der sie kannte.

Mit Erfolg – es meldete sich der Enkel eines Freundes der Dame – kurz darauf wurde sie identifiziert als Danielle, eine ehemalige Rechtsanwältin. Boukercha startete auf Leetchi.com eine Spendenaktion für sie und kreierte den Hashtag #DesFleursPourDanielle. Zum Dank für Ihren Appell an die Brüderlichkeit wollte Boukercha Danielle mit Blumen danken – die Resonanz auf den Aufruf war gewaltig. Bis heute sind bereits mehr als 15.200 € zusammen gekommen. Das Unternehmen Interflora, ein Blumenhändler, kündigte an, Danielle einen Blumenstrauß mit dem Absender „Das Internet“ zuzustellen. Da ein dermaßen großer Blumenstrauß kaum aufzufinden sei, hat sich Danielle, die als Frauenrechtlerin und Menschenrechtlerin in diversen Organisationen aktiv ist, bereit erklärt, den gesammelten Betrag an gemeinnützige Organisationen zu spenden – den Großteil davon an eine Organisation, die die Familien der Anschlagsopfer vom 13. November unterstützt, zudem sollen auch weitere Organisationen wie „Prisonniers sans frontières und „Parcours d’exil“ einen Teil der Spenden erhalten. Die Aktion läuft noch bis Ende November.

In ihrem Statement empfahl Danielle zudem die Lektüre des Buches „Paris est une fête“ von Ernest Hemingway. Das Buch, das die Erinnerungen des Autors an seine Zeit in Paris zwischen 1921 und 1926 enthält, ist derzeit vergriffen – bei Amazon hat der Titel aktuell Verkaufsrang 1 der Kategorie Memoiren und ist erst ab dem 7. Dezember wieder verfügbar.

In einem Interview mit 20Minutes erklärte Danielle, sie sei ihren Eltern dankbar, sie zu einer Aufrührerin gegen die Dummheit gemacht zu haben.

Am vergangenen Dienstag hat Danielle dem Fernsehsender BFM TV ein weiteres Interview gegeben, in dem sie Mitleid mit den Attentätern äußerte. Diese hätten überhaupt nichts im Kopf, nützten nicht ihre Intelligenz. Ähnlich wie bei Sekten gebe es dort die Alten, die die Jungen einer Gehirnwäsche unterzogen hätten. Es müsse so schlimm für sie sein, dass sie nicht ihren eigenen Willen ausüben wollten, nicht selbst denken könnten. (…) Es sei wirklich eine Gehirnwäsche nötig, um sich selbst in die Luft zu sprengen, nachdem man möglichst viele Unschuldige ermordet habe. (…) Die Vorstellung, dass Franzosen einander umgebracht hätten, sei absolut fürchterlich.

 

Quellen:

  1. Spiegel Online: http://www.spiegel.de/panorama/pariser-anschlaege-oma-danielle-star-im-netz-a-1063400.html
  2. BFM TV: http://france3-regions.francetvinfo.fr/paris-ile-de-france/attentats-paris-danielle-une-mamie-parisienne-devient-la-star-des-reseaux-sociaux-apres-son-interview-par-bfmtv-856207.html
  3. France3: http://france3-regions.francetvinfo.fr/paris-ile-de-france/attentats-paris-danielle-une-mamie-parisienne-devient-la-star-des-reseaux-sociaux-apres-son-interview-par-bfmtv-856207.html
  4. 20Minutes: http://www.20minutes.fr/societe/1732407-20151117-video-attentats-paris-retrouve-danielle-grand-mere-web-reve-avoir
  5. Alles über die Anschläge von Paris am 13. November 2015 auf Wikipedia.

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