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Interview: Social Media sind kein reiner Selbstzweck

Hilke Flebbe - Hotelbesitzerin über Social MediaWenn man etwas noch nicht gut kann, hilft es, anderen dabei zuzuschauen, wie sie es machen oder sie zu fragen, wie es geht. In dieser Interviewserie spreche ich mit interessanten Menschen, die Social Media für ihre berufliche Tätigkeit entdeckt haben.

Hilke Flebbe ist eine energiegeladene Persönlichkeit, Reisejournalistin und Hotelbesitzerin. Vor einigen Monaten hat sie eine Weiterbildung zur Social Media Managerin absolviert und ist inzwischen in verschiedenen Social-Media-Kanälen zu Hause. Eine Herausforderung ist es für sie, herauszufinden, was die Leute wirklich interessiert.

 Hilke_FlebbeLiebe Hilke, stell Dich doch kurz mal vor.

Mein Name ist Hilke Flebbe, ich bin 54 Jahre alt und Inhaberin des Klassik Altstadthotels in Lübeck. Zudem schreibe ich als Reisejournalistin Reiseberichte.

Wo und wie hast Du beruflich mit Social Media zu tun?

Social Media sind im Moment nicht mehr wegzudenken, gerade wenn es um den Bereich Marketing geht. Für ein kleines 28-Zimmer-Hotel sind ja die Ressourcen immer sehr knapp. In dieser Hinsicht nutze ich Social Media, um auf die Marke Klassik Altstadt Hotel in Lübeck aufmerksam zu machen.

Warum sollte man Deiner Meinung nach Social Media Marketing betreiben?

Social Media Marketing ist ein sehr gutes Instrument, um die gesamte Kommunikationspalette, zum Beispiel Printanzeigen oder redaktionelle Beiträgen in Printmedien, zu ergänzen, um sich noch ein bisschen bekannter zu machen und Reisende zu erreichen. Das ist heute einfach die bequemste Art und Weise zu kommunizieren.

Wie viel Zeit pro Woche wendest Du pro Woche für Social-Media-Aktivitäten auf?

Ich nutze auch privat Social Media, um mein Netzwerk zu pflegen. Das ist morgens gleich das erste, was ich tue. Bei der ersten Tasse Kaffee nehme ich mir eine Stunde Zeit, um auf den verschiedenen Plattformen herumzuzappen und zu schauen, was es Neues gibt. Für redaktionelle Beiträge für das Klassik Altstadt Hotel wende ich etwa sechs Stunden pro Woche auf.

Auf welches Ziel konzentrierst Du Dich bei Deinen Social-Media-Aktivitäten?

Die Marke Klassik Altstadt Hotel bekannter zu machen und zu hoffen, dass man die Gäste, die die Social-Media-Beiträge sehen, auf das Produkt Klassik Altstadt Hotel neugierig macht, um sie auf die Internetplattform herüberzuziehen.

Was ist für Dich die größte Herausforderung in Social Media? 

Wirklich klar und strukturiert seine Zielgruppe zu identifizieren. Sich nicht zu sehr zu verzetteln. Dass man Monitoring betreibt, um herauszufinden, was einem die Posts bringen. Herauszuarbeiten, welcher Content wirklich lesenswert ist für die Leute, die ich erreichen möchte.

Was ist besonders wichtig, um in Social Media in der Hotellerie erfolgreich zu sein? 

Dass man einen Mehrwert für seine Gäste herausarbeitet. Man muss ja erst einmal seine Zielgruppe erreichen. Und das ist bei mir die Kunst, festzustellen, welche Gäste ich persönlich von Hand anschreibe und ihnen eine schöne Karte schicke, um auf uns aufmerksam zu machen, und welche Gäste es völlig in Ordnung finden, wenn sie zum Beispiel über Instagram mit Bildern über Lübeck „zugepostet“ werden. Man muss da immer ein bisschen die Balance halten, damit man die Leute nicht nervt mit Social Media.

Was ist für Deine Tätigkeit der wichtigste Social-Media-Kanal und warum?

Reisen hat viel mit Emotion zu tun, und Emotion kann man am besten mit Musik oder mit Bildern erreichen. Und wenn man schon Klassik Altstadt Hotel heißt, mit gerade einmal 28 Zimmern, muss es klein, süß und niedlich sein. Ich arbeite im Moment gerne mit Instagram, weil ich dort die bildliche Sprache gut finde. Das ist aber in meinem Bereich noch nicht so bekannt. Meine Zielgruppe ist 55+, die sind noch nicht so auf Instagram unterwegs, aber das kommt.

Die wichtigste Social-Media-Plattform ist für mich zurzeit Facebook. Das ist wie ein Schneeballsystem. Durch das Teilen und Liken werden Informationen immer weiter transportiert, das sogenannte „Mouth to Mouth“ (Mund zu Mund), das man früher schon offline hatte. Das geht auf Facebook am schnellsten und ist am einfachsten umsetzbar, zumindest unter den Kanälen, die ich ausprobiert habe. Hinzu kommt, dass fast 1,6 Milliarden Menschen Facebook nutzen, so dass es eine der am weitesten verbreiteten Plattformen ist. So ist die Wahrscheinlichkeit, viele Leute zu erreichen, mit Facebook gegeben.

Was sind Deine Lieblingstools? Wofür setzt Du sie ein?

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich benutze nicht so gerne Tools. Unter Tools verstehe ich zum Beispiel Scompler, dass man Posts im Voraus plant. Ich mache das immer gerne mit einem einfachen Redaktionsplan. Wenn ich mich für ein Tool entscheiden müsste, mit dem ich im Moment sehr gerne umgehe, ist es Evernote. Wenn ich tolle Links sehe oder geteilt bekomme, nutze ich Evernote, um sie zu sichern. Damit habe ich die Links auf all meinen Geräten verfügbar.

Versuchst Du, Deine Posts oder Themen im Voraus zu planen? 

Ich komme ja aus dem Bereich Reisejournalismus, wo wir mit Redaktionsplänen arbeiten. Das ist eigentlich mein tägliches Handwerk. In der Hotellerie hat man Saison, d.h. ich weiß im Prinzip schon im Januar, was an Weihnachten auf mich zukommt, so dass ich mittlerweile schon fast zwei Jahre im Voraus ein Gerüst stehen habe.

Welche Tipps würdest Du einem Social-Media-Anfänger geben?

Ich würde immer empfehlen, sich einen guten Kurs zu suchen, alleine schon deshalb, weil man mit Social Media einfach zu viel falsch machen kann. Allein schon, dass man die Begrifflichkeiten lernt. Ich finde, wenn man anfängt mit Social Media, denkt man, das machen alle, also mache ich das auch. Erst später lernt man, dass man das nicht zum Selbstzweck macht. Dann lernt man, was Social Media eigentlich heißt. Social Media sind ja zum einen privat, dann betriebsintern, betriebsextern, diese ganzen Raffinessen. Und auch die Vorteile und Nachteile, das wird einem erst durch einen professionellen Kurs bewusst. Das wäre eigentlich der wichtigste Tipp: Lass Dich coachen.

Wo findet man Dich im Social Web?

Ich bin beruflich auf Xing und LinkedIn zu finden. Im kulturellen Bereich als Beraterin findet man mich in verschiedenen Foren im Bereich LinkedIn. Als Klassik Altstadt Hotel findet man uns auf Facebook und Instagram. Ich möchte gern ein bisschen mehr machen auf Twitter, weil man da eben auch schnelle Nachrichten mitteilen kann, wenn man auf seiner Reise ist. Da sind auch ein paar nette Leute, mit denen ich vernetzt bin. Und natürlich habe ich auch einen privaten Facebook-Account und noch eine Facebook-Seite mit Tipps rund um Lübeck, die Lübecker Insider.

Danke Dir liebe Hilke.

 

Noch ein Tipp zur Redaktionsplanung für Dein kleines Unternehmen: 

Eine einfache Redaktionsplanung musst Du nicht unbedingt in einem extra Redaktionsplanungstool wie Scompler machen. Auch wenn es ein wirklich nettes, umfangreiches und trotzdem übersichtliches Tool ist. Eine gute Alternative ist auch die Arbeit mit einer Excel-Datei. Bei Onlinemarketing-Praxis.de findest Du einige praktische Redaktionsplan-Vorlagen.

 

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