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Interview: Mit Rat und Tat in Social Media

Mit_Rat_und_Tat_Social_MediaSocial Media ist der aktuelle heiße Scheiß, nein, mehr noch. Irgendwie wird heute schon erwartet, dass man da mitmischt, dass man im Social Web präsent ist, um seine Kunden bei der Recherche nach Produkten zu treffen, zu informieren und ihnen Fragen zu beantworten, die sie noch gar nicht gestellt haben.

Also los, worauf wartest Du noch?

Keine Ahnung, wo Du anfangen sollst? Keine Angst, denn da Du bist nicht der Einzige, der nicht so recht weiß, wohin und wo lang im Social Web.

In den nächsten Wochen werde ich in einer kleinen Interviewserie mit verschiedenen Menschen sprechen, die ihre Liebe für Social Media entdeckt haben. Sie berichten aus ihrer ganz persönlichen Perspektive, verraten ihre Lieblingstools und Kanäle und geben Tipps, die Dir beim Einstieg in das weite Feld Social Media helfen können. 

Meine erste Gesprächspartnerin ist die Marketingexpertin Birgit Schultz. Ich habe sie als engagierte und stets motivierende Dozentin an der Business Academy Ruhr in Bochum kennengelernt und schätze ihre guten Tipps – zum Beispiel in Sachen Informationsmanagement.

Rat-und-Tat-Social-MediaLiebe Birgit, stell Dich doch kurz mal vor.

Hallo Silke, vielen Dank, dass ich die Gelegenheit habe, mich bei Dir im Blog vorzustellen. Mein Name ist Birgit Schultz, ich bin Jahrgang 1966 und seit 1993 im Marketing tätig. 2003 habe ich mich nach zehn Jahren Angestelltendaseins als freiberufliche Marketing-Beraterin mit Rat & Tat Marketing selbstständig gemacht. Meine Kunden sind vorwiegend kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Großraum Ruhrgebiet, obwohl ich auch einige Kunden über das Internet in ganz Deutschland betreue. Anfang 2016 habe ich mit meinem neuen Projekt Marketing-Zauber begonnen. Hier blogge ich zu Themen rund um das Marketing für kleine und kleinste Unternehmen. Diese unterstütze ich dabei, ihre Kunden über das Internet und mit klassischen Marketing-Methoden anzusprechen. Mein Schwerpunkt liegt dabei auf Unternehmen, die ihre Dienstleistungen direkt vor Ort erbringen, wie beispielsweise eine Kosmetikerin oder eine Boutique-Inhaberin.

Wo und wie hast Du beruflich mit Social Media zu tun?

Begonnen habe ich mit Social Media 2009 – ich habe mich im März bei Facebook und Twitter angemeldet, weil ich erkannt hatte, dass sich da das Internet, so wie ich es kannte, weiterentwickelte. Denn im Grunde geht mein Social-Media-Engagement noch viel weiter zurück: Wenn man nämlich Mailinglisten und Foren als Social Media 0.1 begreift, war ich schon seit spätestens 1997 dabei. Im Herbst 2003 wurde ich Mitglied bei Xing, das damals noch OpenBC hieß. 2011 habe ich dann Social-Media-Beratung in mein Portfolio aufgenommen. Mein Wissen gebe ich auch als Dozentin im Rahmen der Weiterbildung zum Social Media Manager (IHK) weiter, wo wir uns ja kennengelernt haben.

Warum sollte man Deiner Meinung nach Social Media Marketing betreiben?

Sowohl geschäftlich wie auch privat gibt es meiner Meinung nach mehr Gründe für eine Nutzung von Social Media als dagegen.  Damit es nicht zu lang wird, beschränke ich mich hier mal auf die geschäftlichen Gründe: Nirgendwo ist es so einfach, die Hand am Puls der eigenen Zielgruppe zu haben, wie hier. Nur hier habe ich die Chance, ungefiltert Meinungen über mein Unternehmen mitzubekommen und nur hier kann ich so punktgenau und fast ohne Streuverluste werben und mit meinen Zielkunden ins Gespräch kommen. Nur hier kann ich meinen Werbeerfolg so klar und deutlich messen und meine Marketing-Maßnahmen optimieren. Dafür ist es natürlich erforderlich, strategisch vorzugehen. Wer unfallfrei Katzenbilder auf Facebook posten kann, hat aber noch lange keine Social Media Strategie.

Wie viel Zeit wendest Du pro Woche für Deine eigenen Social-Media-Aktivitäten auf?

Das ist schwer zu sagen. Ich lebe ja Social Media … Zumal sich die Aktivitäten bei mir vermischen: Ich lerne täglich hinzu – es kommen ja immer neue Plattformen auf und andere verschwinden von der Bildfläche, neue Werbeformate entwickeln sich, neue Strategien werden entwickelt. Mindestens eine Stunde täglich verwende ich darauf, mich über das Lesen von einschlägigen Blogs auf dem Laufenden zu halten. Dann betreue ich auch die Social Media Aktivitäten einiger Kunden. Und ich nutze Social Media für mein eigenes Marketing. Dazu kommen dann noch die Lehraufträge der Business Academy Ruhr für die Social Media Manager und Online Marketing Manager Kurse der IHK Dortmund und Bochum. Und auch privat nutze ich Social Media, um Kontakt mit meinen Freunden und Bekannten zu halten, mich über meine Hobbys auszutauschen und informieren und weiter zu bilden. Summa summarum sind es mindestens sechs bis acht Stunden täglich.

Auf welches Ziel konzentrierst Du Dich bei Deinen Social-Media-Aktivitäten?

Ich nehme als Beispiel mein neues Projekt Marketing-Zauber: Hier nutze ich Social Media, um meine Bekanntheit zu erhöhen, meine Expertise zu beweisen und Reichweite und Leser für mein Blog zu generieren, die in letzter Konsequenz zu Käufern für meine in Vorbereitung befindlichen Online-Kurse werden sollen. Außerdem arbeite ich daran, mich mit potenziellen Kooperationspartnern zu vernetzen. Aber ich lerne eben auch täglich selbst in Social Media dazu und nutze es als Informationsquelle zur Marktbeobachtung und auch als Informationsquelle für Know-how, das mir zurzeit selbst noch fehlt.

Was ist für Deine Tätigkeit der wichtigste Social-Media-Kanal und warum?

Inzwischen eindeutig Facebook. Das war vor einigen Jahren noch anders, damals waren es Twitter und Xing.

Was sind Deine drei Lieblingstools? Wofür setzt Du sie ein?

Ich bin froh, dass Du nach drei Tools fragst, bei einem hätte ich nämlich wirklich ein Problem gehabt, mich zu entscheiden. 🙂

  • Nummer 1 ist definitiv Evernote. Dies ist mein „Catch-all“ für alle wichtigen Informationen, die mir im Netz begegnen. Über zehn Jahre sammle ich darin nun schon Informationen zu allen Themen, die mich beruflich und privat interessieren und beschäftigen. Faszinierend daran ist, dass Evernote trotz über 16.000 Notizen diese blitzschnell durchsucht und mir die gewünschte Information präsentiert.
  • Nummer 2 ist ToDoIst. Dieses setze ich seit zwei Jahren in der Premiumversion ein und kann mir die Organisation meiner Aufgaben ohne nicht mehr vorstellen. Zuverlässig erinnert mich die Software am PC wie meinem Smartphone an die anstehenden Aufgaben und bietet mir außerdem eine übersichtliche Erfolgskontrolle.
  • Nummer 3 ist erst relativ kurz dabei, nämlich seit November 2015: Scompler ist ein fantastischer Redaktionsplan, der mir hilft, meine Content-Strategie für Marketing-Zauber nicht aus den Augen zu verlieren und mit einer Menge toller Funktionen fürs Bloggen ausgestattet ist.

Welche Tipps würdest Du einem Social-Media-Anfänger geben?

Langsam anfangen, Zeit nehmen, erst mal überall reinschnuppern. Keinesfalls verzetteln. Wer sich voller Begeisterung gleichzeitig auf Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Snapchat, Periscope, Google+ und sonst wo anmeldet, wird feststellen, dass alle Kanäle gleichzeitig gar nicht zu bedienen sind. Wer wenig Zeit hat und wer Social Media beruflich oder geschäftlich nutzen will, sollte eine entsprechende Weiterbildung in Betracht ziehen, weil hier sehr komprimiert und zielgerichtet das Wissen, das für eine strategische Nutzung wichtig ist, vermittelt wird. Außerdem ist es sinnvoll, einschlägige Blogs zu lesen, um von den Experten zu lernen. Ich teile beispielsweise auf meinen Facebook-Seiten nicht nur eigene Blogbeiträge, sondern immer auch die in meinen Augen wichtigsten Informationen von Bloggern wie zum Beispiel Thomas Schwenke (für rechtliche Fragen), Björn Tantau und Thomas Hutter (Social Media Marketing), Vladislav Melnik (Bloggen), Kerstin Hoffmann (PR) und vielen anderen mehr.

Wo findet man Dich im Social Web?

Ich habe bei fast allen namhaften Plattformen Konten, aber auch ich schaffe es nicht, überall aktiv zu sein. Am einfachsten findet man mich auf Facebook und Twitter:

Vielen Dank, liebe Birgit für Deine Tipps!

 

Dank Birgit habe ich meine Liebe zu Evernote entdeckt, das wirklich eine tolle Möglichkeit ist, eine große Menge an Informationen so abzuspeichern, dass man sie auch wiederfindet und jederzeit dabei haben kann.

Hier noch eine Artikelempfehlung aus dem eben beschriebenen Blog Marketing-Zauber: Wissensmanagement mit Evernote

Wie sind Deine Erfahrungen mit Social Media? Welche Tools nutzt Du besonders gerne? Was sollte man im Social Web unbedingt tun oder bloß nicht tun? Ich freue mich über Deinen Kommentar 🙂

 

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