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Was hat es mit der Farbtemperatur des Lichts auf sich?

Die Farbtemperatur ist eine Angabe zur Beschreibung des Farbeindrucks einer Lichtquelle. Vereinfacht gesagt kann man von kaltem und warmem Licht sprechen. Je niedriger der Kelvinwert, desto gelblich rötlicher wird das Licht wahrgenommen. Je höher der Wert, desto blauer wirkt das Licht. Bei ca. 4000 K wird das Licht als neutral-weiß wahrgenommen.

Sonnenlicht

Sonnenlicht hat ein kühles, ins Bläuliche gehende Licht. Die Farbtemperatur wird angegeben in Kelvin K und differiert je nach Tageszeit. Als internationale Norm für Sonnenlicht wird ein Mittelwert von 5500 K genommen. Das entspricht einem klaren Sonnentag am Vor- und Nachmittag. Der Kelvinwert des Tageslichtes hat seinen Höchststand um die Mittagszeit, gegen Abend nimmt der Wert ab.

Kunstlicht

Die Farbtemperatur von Glühlampen liegt bei etwa 2200 bis 3000 K. Sie haben somit verglichen mit Tageslicht ein deutlich rötlicher wirkendes Licht. Halogenlampen liegen etwa bei 3000 K, Kerzen bei 1500 K.

Die richtige Einstellung wählen

Beim Videodreh ist es wichtig, die richtigen Einstellungen für die Aufnahme zu wählen, damit die Farben so wiedergegeben werden können, wie es dem Seheindruck entspricht. Hierfür gibt es Presets, also Voreinstellungen, bei denen man zwischen Sonnenlicht und Kunstlicht wählen kann oder die Möglichkeit, diese Aufgabe der Kameraautomatik zu überlassen.

Resultate bei Tageslicht mit drei verschiedenen Weißabgleich-Einstellungen:

Für eine genauere Anpassung empfiehlt sich ein manueller Weißabgleich. Hierbei wird ein weißes Blatt am Ort der Aufnahme bildfüllend vor die Linse gehalten und diese Farbe manuell als Weiß definiert.

Problematisch ist die Kombination von Licht mit unterschiedlicher Farbtemperatur, z.B. in einem Innenraum mit Kunstlicht und Tageslicht, das durch die Fenster hineinfällt. In einer solchen Situation bleibt nur die Wahl zwischen korrektem Weißabgleich im Innenraum mit bläulich erscheinendem Tageslicht beim Blick aus dem Fenster oder korrektem Tageslicht und gelblich erscheinenden Innenräumen.

Über Filter vor der Kamera oder Folien vor den verwendeten Lampen lässt sich die Farbtemperatur korrigieren. Blaue Tageslichtfolie sorgt in Kunstlichtsituationen für einen Tageslichteindruck, orange Kunstlichtfolie wandelt Tageslicht in Kunstlicht.

Für ein natürlich erscheinendes Licht sind Tageslichtlampen mit einer Farbtemperatur des Sonnenlichts und dem vollen Farbspektrum empfehlenswert, möglichst mit großer Strahlungsfläche, um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu ermöglichen.

Bewusste Verfremdungen

Bei gleichem Licht ist es über Veränderung des Weißabgleichs möglich, den Farbeindruck eines Bildes zu verändern und somit eine noch stärkere Färbung des Bildes zu erreichen. Zu beachten ist aber, dass solche Effekte, die schon bei der Aufnahme angewendet werden, sich im Nachhinein nur noch unvollständig korrigieren lassen. Sinnvoll ist die Aufnahme des Bildes mit möglichst optimalen Einstellungen. Somit hat man in der Nachbearbeitung noch alle Möglichkeiten.

Mehr über die Farbtemperatur bei Wikipedia.

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